Ebene 1 Gedankenwürfel Ebene 1
Texte von Franz Glas
Sie finden hier meine Gedankentexte auf zwei Ebenen eines wachsenden Würfels. Jede Ebene bietet ein 8 x 8 Felder großes Brett, dessen Sinn nicht unbedingt die Orientierung, sondern der Lesespaß ist.. Nutzen Sie diePfeile rechts oben zum Navigieren und diesen Link, um auf die 2. Ebene zu kommen: Ebene 2
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Auf H8 finden Sie sehens- bzw. lesenswerte links!
Ich wünsche Ihnen viel Lesefreude !
Franz Glas
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a2 . Phantasie
Ich gehe spazieren fresse das Gras stecke den Baum in die Tasche und schlürfe genüsslich den kleinen Bach aus bis ich trunken die Sonne runterhole damit ich nicht so friere in der Wirklichkeit
Franz Glas, 1990 |
a3 . letztlich
wir begreifen blosse Laute meist ohne das Dahinter verstehen nur das Gesagte vorbei am Gemeinten
doch die Stille trägt auf ihrer stummen Welle das Schiff der Sprache weiter als ein Wort
ich hab's gehört in leisen Gesprächen hab's erlauscht im tollen Reden
kein einziges Wort hat diese Welt noch nötig bleibt am Ende nur das Schweigen
Franz Glas
1994 |
a4langsamer Tag
staubkorngross ich in mir
magenknurrend schmerzen leere Muskeln den Hunger nach Grün
gelähmtes Augenharren am Weiss der zähen Tagesflüsse feuchte Füsse an Beinen mit Blei
Arme gähnen kurzhebig fallend neblige Gleichgültigkeit in jeden schnellen Morgenblick
auf meinem kalten Rücken das gebeugte Haus aus Leim mit ölig-quietschender Kriechtür
krümme mich klein in die Ecke einer Farbe unsichtbar im kahlen Grau
Franz Glas
August 1993 |
a5Hundewetter
heute wieder gespürt die Nähe der Leere
hundgleich getrottet an der Leine des Grau
brav ausgeschleckt den Oberflächennapf
nicht mal gebuddelt nach tiefen Knochen
und im Abendrot dann doch noch ein Bellen
Franz Glas
August 1993 |
a6 . Golf 91
Machtlos sitze ich joghurtschleckend und fernsehguckend auf meiner warmen Couch und überlege betroffen, was die Frau des getroffenen Soldaten jetzt wohl machen wird und was sein Sohn und was ich
Franz Glas
1991 |
a7 . Zeit für Liebe
Liebe färbt meine Nase grün und lässt meine Brauen blühen über den lauthals lachenden Augen
ich atme Deine Blicke ganz tief ein blinzele Deinen Lippen das Rot weg unsere Hände plaudern miteinander meine Nerven hüpfen Seil
Vor Dir ahnte ich nur, dass ich Angst irgendwann überwinde
doch Du bist jetzt und jetzt wird zum irgendwann
und so werfen wir der Zeit Liebe in die Beine
Franz Glas
1990 |
a8 . das Schuldgrün
tz, ein seltsamer Ficus mein Ficus
ich hörte davon wie er sein Grün wegschmiss seine braun gewordenen Blätter verwüsten das Zimmer die Reste liegen noch heut im Haus
tz, ein seltsamer Ficus, mein Ficus
jetzt treibt er neue um sie fallenzulassen ich schaue zu, giesse und dünge
Franz Glas
1994 |